Presse

A-List, 20. Mai 2014, Iris Kastner / Kwirl, a-list

DruckZeug auf der A-List

a-list-schwarz-lowWo ist die Stadt urig und gemütlich?
Ein wahrer historischer Ort ist Druckzeug – eine originale Druckwerkstätte in der historischen Druckerei Bauer in der Annenstraße. In angebotenen Workshops und offenen Werkstattterminen kann hier händisch gesetzt und mit Letterpress gedruckt werden. Ein vergnüglicher Samstagnachmittag, bei dem die Hände schon Mal schmutzig werden können.
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Artikel Kronenzeitung, 17. März 2013 von Gerald Richter

Verborgener Schatz: Alte Druckerei von 1867

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Artikel in SCHULE Aug./Sept. 2012, Foto: http://www.dieschule-stmmk.com

Die 2. Klasse der Fachschule für wirtschaftliche Berufe der Caritas hatte die Möglichkeit, im Rahmen des Kreativunterrichts an einem sehr interessanten Workshop in der Druckerei Alexander Bauer teilzunehmen. Zu Beginn wurde kurz die Geschichte des grafischen Gewerbes erklärt. Nach dieser Einführung hatten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, sich selbst als Setzer zu versuchen.

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Artikel im MEGAPHON – Straßenmagazin und soziale Initiative, August 2012, von: Anna Maria Steiner

Zwiebelfisch gegen Klammeraffe

Als Museum und Werkstätte belebt die ehemalige „Druckerei Alexander Bauer“ in der Grazer Annenstraße das (Kunst-)Handwerk Buchdruck wieder neu. Wer staunen will und anpacken, ist im „DruckZeug!“ bestens aufgehoben.
Ein Streifzug durch einen Ort, an dem Gedanken sich verewigen.

„Und? Ist’s wunderschön – oder nur schön?“ Wolfgang Khil begutachtet die Druckwerke seiner „Lehrlinge“ mit einem Augenzwinkern. Seit Ende Mai des Jahres tummeln sich wieder vermehrt Emsige im Hofgebäude in der Grazer Annenstraße Nummer 19. Walzen werden mit Farbe bestrichen und aus den Lettern werden so genannte Zwiebelfische gewählt, die besonders fett oder groß aus den fertig gesetzten Texten herausragen.

Zwischen den Druckerpressen, Papierstapeln und Farbtöpfen drängen sich Interessierte mit einem Ziel: den eigenen Gedanken in ansprechender Form auf Papier zu bringen. An diesem Samstagvormittag nehmen Vereinsmitglieder, Angemeldete und Kurzentschlossene von der Straße die Möglichkeit wahr, in begleiteter Eigenregie Drucksorten herzustellen. Ein literarisch tätiger Arzt etwa, der seine Mikrogedichte auf Postkarten bringt, oder drei Freundinnen, ein Geburtstags-Billet für eine vierte gestalten. Damit nichts danebengeht, coachen Mitglieder des Vereins „DruckZeug!“ die Neo-Druckerinnen und -Drucker. Josef Fürpaß, gelernter Setzer, Künstler und Lehrer an der Grazer Ortweinschule, beäugt jeden Arbeitsschritt und motiviert, gelungen Geglaubtes zu perfektionieren. Ein fehlerfreies Endprodukt sollen jeder und jede mit nach Hause nehmen dürfen – Buchstabensuppe gab es schließlich nur im Rahmen der Eröffnung Ende Mai.

Neben Bedachtsamkeit und Genauigkeit ist Sauberkeit das dritte Gebot beim Bleilettern-Druck. Nicht umsonst mahnt Druckerei-Vorbesitzerin Edith Bauer zu absoluter Reinlichkeit und überwacht am liebsten jeden Händewaschgang Druck-Unkundiger. Wer ihrer Hilfe nicht bedarf, hat Zeit, die imposanten Druckmaschinen zu bewundern. Früher hätten sich kreative Prozesse noch im Arbeitsprozess selbst abgespielt, schwelgt ein gelernter Graphiker in Erinnerungen. Die Arbeit an der Zylinderpresse habe zum Weiterdenken animiert.

Heute sei dem künstlerischen Schaffen bereits vor dem Andruck ein Ende gesetzt. „In dem Moment, wo du das File in die Druckerei schickst, ist’s vorbei.“ Zeit zum Hinterher-Trauern nimmt sich im DruckZeug! dennoch niemand – auch, wenn klar ist, dass mit der Internet-Entwicklung dem klassischen Buchdruck ein zweifacher Todesstoß versetzt worden war. Aktuell gehen immer mehr Druckaufträge an Online-Druckereien. Hinzu kam als praktisches Problem, dass der so genannte „Klammeraffe“ @ dem Bleiletternsatz nicht hinzugefügt werden kann und das Buchstaben-Repertoire eines Druckhauses damit unvollständig bleibt.

Warum die DruckZeug!-Philosophie dennoch Anklang findet? „Das, was über die Prothese Computer funktioniert, kann bei uns mit den eigenen Händen gemacht werden“, verkündet Josef Fürpaß freudig. Darüber hinaus seien es wohl die einfachen Ordnungen, die Menschen gerade im Layout-am-Macbook-Zeitalter ins ehemalige Grazer Bürgerspital locken würden.

„Der Buchdruck war eine begrenzte Technologie. Vieles, was heute am Computer möglich ist, war im klassischen Buchdruck nicht umzusetzen. Trotzdem haben die einfachen Ordnungen eine große Qualität gehabt“, meint er überzeugt. Und klassischer Buchdruck würde noch einmal auf ganz andere Weise der eigenen Kreativität Ausdruck verleihen. Bereits in den 1960ern kam der experimentelle Buchdruck auf mit dem Anspruch, Typographie, Inhalt und Reflexion über die Schrifttype in Publikationen zueinander in Verbindung zu setzen. Einer Aufgabe, der Josef Fürpaß übrigens auch im „blindtext“ nachkommen will – einem von ihm initiierten Projekt, in dem die Vielfalt der Schrifttypen mit den Textinhalten verknüpft werden soll.
„Ich wollte verbinden: Menschen, die Inhalte anbieten und diese veröffentlichen wollen, in einer Publikation, die den DruckZeug!-Bestand dokumentiert. Das soll die Symbiose sein.“ Damit ist also auch, wer das Zeug zum Schreiben hat, beim DruckZeug! gut aufgehoben. Und wer das Zeug zum Drucken hat, sowieso.

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Artikel im G7 der Kleine Zeitung vom 10.04.2012, von: Helmut Blast, Foto © Gernot Eder

Drucken wie zu Gutenbergs Zeiten

Die Kulturform „Drucken“ will das Team von DruckZeug rund um Obmann Wolfgang Khil (dritter von rechts) am Leben erhalten

.Der Bleisatz ist tot, es lebe der Bleisatz. So lautet das Motto des Vereins „Freunde des Bleisatzes und des Buchdruckes in der Steiermark“, kurz „DruckZeug“. Im Grazer Annenviertel soll ein Druckmuseum entstehen.

Zwar hat das traditionelle Buchdruckhandwerk spätestens seit dem Siegeszug des Digitaldrucks seine Bedeutung eingebüßt, doch DruckZeug vereinigt eine Gruppe von Idealisten, die das jahrhundertealte Erbe Gutenbergs aufrechterhalten will. Johannes Gutenberg hat im 15. Jahrhundert die Druckerpresse mit beweglichen Lettern erfunden – und damit eine Medienrevolution eingeleitet.

Die Druck-Enthusiasten wollen die Aufbruchstimmung im Annenviertel nutzen und dort eine Druckwerkstatt einrichten. Genauer: in einem Hofgebäude in der Annenstraße 19, wo alte Maschinen und Bleisätze der Druckerei Alexander Bauer bereitstehen. Die Druckerei Bauer war die letzte Buchdruckerei von Graz in altem Stil, vor rund zehn Jahren kam das Aus.

Verein

„Wir wollen den alten Buchdruck wenigstens als Bildungs- und Kunstort erhalten. Es gibt ein historisch-gewerbliches Interesse, Druckerpressen wie einst Gutenberg zu bedienen“, sagt Wolfgang Khil, Obmann von „DruckZeug“ und selbst Inhaber einer traditionsreichen Druckerei. Er schart rund 20 Vereinsmitglieder um sich – ehemalige Setzer und alte Drucker, Künstler, an der alten Drucktechnik Interessierte.

Ihr großes Ziel: ein Druckmuseum im Annenviertel. Graz habe eine jahrhundertealte Buchdruck-Tradition, die ein Museum verdiene, sind die DruckZeug-Enthusiasten überzeugt. Ähnliche Einrichtungen gibt es bereits in St. Gallen oder Fribourg (beides in der Schweiz), die dort Touristen anziehen.

In Graz ist die größte Hürde das fehlende Geld. Denn die alte Druckerei Alexander Bauer ist in einem Gebäude der Bürgerspitalstiftung untergebracht. Neben stiftungsrelevanten Fragen, die zu klären wären, ist auch die Miete für den Verein auf Dauer nicht finanzierbar. So hoffen die Druck-Historiker auf mehr Unterstützung vonseiten der Politik und von Sponsoren.

Schauplatz Annenviertel

Interessierte können sich jedenfalls beim Aktionstag „Schauplatz Annenviertel“ am 14. April ab 12 Uhr bei einem Workshop gleich einmal ordentlich ins Druckzeug legen. Am 25. und 26. Mai will der Verein die Druckwerkstatt eröffnen und dabei Theorie und auch Schaudrucken für alle anbieten.

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